Top 10 der Fragen
1. Wie verhalte ich mich als Elternteil, wenn mein Kind nicht zur Firmung will?
Manche Jugendliche reizt die Beschäftigung mit dem christlichen Glauben oder der Kirche wenig. Erfahrungsgemäß wird für Einige die Vorbereitungszeit dennoch zu einer überraschend positiven Erfahrung und es entsteht neues Interesse am Glauben oder an der kirchlichen Jugendarbeit. Machen Sie Ihrem Kind also Mut, es einfach auszuprobieren. Werben Sie dafür, der Sache eine Chance zu geben. Und wenn Ihr Kind dann letztlich doch nicht zur Firmung gehen will: das Sakrament kann jederzeit auch später empfangen werden, ist es doch vor allem für Erwachsene gedacht.
2. Stimmt es, dass ich nicht kirchlich heiraten darf, wenn ich nicht gefirmt bin?
Nein! Das Kirchenrecht spricht von einer "Soll - Regel", d.h. es ist erwünscht, aber nicht zwingend. In Deutschland wird vor der Trauung kein Nachweis der Firmung verlangt. In anderen Ländern, z.B. Italien, kann jedoch danach gefragt werden.
3. Stimmt es, dass ich nicht Taufpate/-patin sein darf, wenn ich nicht gefirmt bin?
Ja und Nein! Tatsächlich sieht das Kirchenrecht vor, dass nur ein gefirmter Christ Taufpate sein kann. In der Praxis wird jedoch zwar nach der Taufe, aber in der Regel nicht nach der Firmung gefragt. Hier gilt: Wer selbst getauft ist, kann auch für jemand anderen das Taufpatenamt übernehmen.
4. Wozu brauche ich die Firmung?
Die Firmung ist zunächst ein Ausdruck der Beziehung zu Jesus Christus. Nach dem Zweck der Firmung zu fragen trifft also nicht so recht den Kern. Dennoch macht es ja Sinn zu fragen, wofür "brauchen ich die Firmung" im Sinne von "wofür ist sie Vorraussetzung"? Wer gefirmt ist, ist voll in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen mit allen Rechten und Pflichten. Für kirchliche Ämter ist diese volle Mitgliedschaft Voraussetzung. Wer Mitglied im Pfarrgemeinderat werden will, muss gefirmt sein, selbstredend auch wer eine Weihe (Diakon, Priester) empfangen will. Evt. wird bei einem beruflichen Anstellungsverhältnis bei einem kirchlichen Träger Wert auf die Firmung gelegt, z.B. bei der Anstellung als Erzieher/-in.
5. Kostet die Vorbereitung auf die Firmung etwas?
Nein. Weder die Vorbereitung, noch die Firmung selbst kostet Geld (über die Kirchensteuer hinaus, die Sie schon bezahlen). Eine Kostenbeteiligung wird allerdings erbeten, bei Fahrten und Freizeiten im Rahmen der Vorbereitung. Am Geld soll es dabei aber nicht scheitern. Zuschüsse sind nach Absprache möglich.
6. Wen wähle ich als Firmpaten/-patin?
Zunächst ist es sinnvoll, die/den Taufpatin/-paten zu fragen. Ist dies nicht möglich oder erwünscht, kann jeder andere selbst gefirmte Christ Firmpate/-in sein. Ein/e Pate/-in begleitet und unterstützt den Firmbewerber auf seinem Lebens- und Glaubensweg zusätzlich zu den Eltern. Die Eltern können deshalb nicht selbst die Patenschaft übernehmen. Um Wegbegleiter sein zu können ist eine intakte Beziehung das Wesentliche und daher auch das entscheidende Kriterium für die Auswahl des Paten / der Patin.
7. Kann ein evangelischer Christ Firmpate/-patin sein?
Ja, auch ein evangelischer Christ kann Firmpate/-patin sein, allerdings nicht allein. Zusätzlich braucht es einen katholischen und selbst gefirmten Paten.
8. Ich bin zwar getauft, habe jedoch keine Taufurkunde?
Zum Empfang der Firmung ist der Nachweis der Taufe notwendig. In der Regel ist die Taufe im Stammbuch der Familie vermerkt. Eine Taufe kann aber auch gespendet worden sein, ohne dass sie amtlich bestätigt ist, z.B. weil sie heimlich geschehen musste oder als sogenannte "Nottaufe" durch ein Familienmitglied selbst geschah. In diesem Fall muss die Taufe durch eine eidesstattliche Erklärung mit Nennung von Zeugen bestätigt werden.
9. Ich bin konvertiert. Muss ich nochmals getauft werden?
Nein. Es gibt nur eine Taufe. Die Taufe verbindet evangelische und katholische Christen.
10. Muss ich vor der Firmung beichten?
Durch die Firmung wird die Aufnahme der Gläubigen in die Gemeinschaft mit Christus und der Kirche abgeschlossen. Eine Gemeinschaft ist aber immer auch bedroht durch das Verhalten ihrer Mitglieder, wenn es geprägt ist von einer "Angst um das eigene Ich", von Neid und Egozentrik. Die Sakramentale Lossprechung von Sünde und Schuld sagt dem Einzelnen: So wie Du bist will Gott mit Dir Gemeinschaft und so wie Du bist, bist Du in der Gemeinschaft der Kirche gern gesehen. (Siehe auch Sakrament der Versöhnung.) Aus diesem Grund empfiehlt die Kirche die Beichte an wichtigen Lebenspunkten; so auch bei der Firmung.

